12.03.2022, 14.00 Uhr Kriegsgräberstätte Golm, Kamminke, Usedom.

Am Samstag, den 12. März 2022 um 14.00 Uhr findet auf der Kriegsgräberstätte Golm in Kamminke die traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an den 77. Jahrestag der Bombardierung der Stadt Swinemünde statt.

In der Endphase des Krieges 1944/45 erreichten die strategischen Luftangriffe der Alliierten auf das Deutsche Reich ihren Höhepunkt. Anfang März 1945 war Swinemünde ein bedeutender Stützpunkt und Versorgungshafen der deutschen Kriegsmarine. Neben Bewohnern, Militärangehörigen, internationalen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen hielten sich zeitgleich in Stadt zahlreiche Menschen auf, die aus den deutschen Ostgebieten geflüchtet waren. Die sowjetische Militärführung, deren Verbände bis kurz vor Stettin vorgerückt waren, ersuchte die US-Luftstreitkräfte, um eine Bombardierung des Kriegshafen und der Schiffsflotte in Swinemünde. Am Morgen des 12. März 1945 starteten in England 671 viermotorige Bombenflugzeuge der 8. US-amerikanischen Luftflotte. Während des Angriffs, der von 12.06 Uhr bis 12.58 Uhr dauerte, warfen die Flugzeuge mehr als 3.000 Sprengbomben ab. Die genaue Zahl der Todesopfer lässt sich nicht mehr genau ermitteln. Nach wissenschaftlicher Auswertung zeitgenössischer Quellen kamen etwa 4.000 bis 6.000 Menschen ums Leben. Ein Großteil der Toten wurde auf der Kriegsgräberstätte Golm bestattet. Hier findet jedes Jahr die Gedenkfeier zur Bombardierung der Stadt Swinemünde statt.

Der 12. März 2022 steht im Zeichen eines europäischen Gedenkens, dass das
Leid aller Völker in den Blick nimmt, die Gewalterfahrungen im Zweiten Weltkrieg erleben mussten. Im Bewusstsein der historischen Verantwortung Deutschlands steht die Feierstunde für ein friedliches, freiheitliches und demokratisches Miteinander.

Programm Gedenkstunde zum 12. März auf der Kriegsgräberstätte Golm
Die offizielle Gedenkstunde ab 14.00 Uhr auf der Kriegsgräberstätte Golm wird von der neuen Leiterin der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) Golm Katharina Feike moderiert. Das Grußwort wird vom Landesgeschäftsführer des Volkbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gedenkansprache wird in diesem Jahr von Susanne Bowen, der Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten gehalten . Für die geistlichen Worte konnte Pastor Henning Kiene von der Evangelischen Kirchengemeinde Ahlbeck-Zirchow gewonnen werden. Der Posaunenchor Friedrich aus Bansin begleitet die Veranstaltung musikalisch.

Auch in diesem Jahr organisiert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen kostenlosen Shuttle für Menschen mit Gehproblemen zwischen Parkplatz Kamminke Kellerberg und der Kriegsgräberstätte Golm (bis zur Figur „Die Frierende“).

Foto. JBS Golm