Präsentation der Ergebnisse der Summer-School / Podcast von der Insel Usedom online

Vom 22.-24. September 2021 kamen die Teilnehmer:innen der Summer-School „In Between? – Neighbours Meet In the Borderlands” in Berlin zusammen, um ihre Erfahrungen gemeinsam auszuwerten und der Öffentlichkeit vorzustellen. „In Between?” ist ein Projekt zur Entdeckung von Geschichte und Gegenwart europäischer Grenzregionen, das seit 2016 durch das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität (ENRS) organisiert wird. Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge e.V. war Partner des diesjährigen internationalen Projektes, das durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) im Rahmen des Programms Europeans for Peace geförderte wurde.

In diesem Jahr standen drei Regionen an den Grenzen Polens zu Deutschland, der Slowakei und der Ukraine auf dem Programm, die während einwöchiger Study visits durch Studierende erforscht wurden. Im Ergebnis entstanden insgesamt vier 30-minütige Podcasts, die in Berlin vorgestellt und diskutiert wurden.

Den Alltag an der deutsch-polnischen Grenze hatten acht der insgesamt 24 Teilnehmer:innen auf der Insel Usedom vom 3.-11. September 2021 als Gäste der Jugendbegegnungsstätte Golm erkundet.

Die Studierenden hatten sich auf ihre Feldforschung in den Grenzregionen vorbereitet durch online-Workshops zu den Themen Grundlagen der oral history, journalistisches 1×1 des Podcasting, dokumentarische Fotographie. Die Programme vor Ort in den drei Grenzregionen sahen Gespräche und Interviews mit ausgewählten lokalen Akteuren und Vertreter:innen der kommunalen Selbstverwaltung und der Zivilgesellschaft vor. Die darauf aufbauenden Podcasts in englischer Sprache können auf den Kanälen Spotify (https://spoti.fi/2YwLl7z) und Simplecast (https://enrs.simplecast.com/) verfolgt werden. Zum Inhalt:

Together In Between – der Podcast der deutsch-polnischen Gruppe spielt in Ahlbeck, Kamminke und Świnoujście (Swinemünde) auf der Insel Usedom und fragt nach den Herausforderungen für die Entwicklung der touristischen Region. Obwohl der Strand von Usedom keine Stacheldraht-Grenze mehr kennt, stattdessen eine grenzenlose Promenade die deutschen und polnischen Badeorte verbindet, besteht die Grenze in den Köpfen fort. Warum ist das so und wie könnte sich das ändern, fragen die Autoren dieses Podcasts ihre polnischen und deutschen Gesprächspartner. Together In Between zeigt Menschen in einer Grenzregion, die mit der Überwindung realer administrativer und kommunikativer Hürden beim Zusammenwachsen beschäftigt sind, die schwerer wiegen als einst die physischen Grenzkontrollen.

Who, If Not Us ist ein Podcast aus den Karpaten im polnisch-slowakischen Grenzgebiet. Die Protagonisten dieser Aufnahme sind Persönlichkeiten beiderseits der Grenze, die sich zur Aufgabe gemacht haben, das kulturelle Erbe ihrer Region als Teil der Identität ihrer Einwohner zu bewahren. Zwei Akteure, die sich der Erinnerung an die einst großen jüdischen Gemeinden in Bardejov (Slowakei) und Biecz (Polen) verschrieben haben, erzählen von ihrer Motivation. Erhalten haben sich nur die materiellen Spuren, die über Jahre dem Verfall preisgegeben waren. Die Träger dieser Gemeinden sind entweder als Opfer des Holocaust während des Zweiten Weltkriegs umgebracht worden oder geflüchtet. Im zweiten Teil des Podcasts kommt der Gemeindevorsteher des russinischen Dorfes Osadne und die Sängerinnen des lemkischen Ensembles Ruta Uwite zu Wort, die über die Herausforderungen sprechen, mit denen ethnische Minderheiten heute konfrontiert sind.

Lost Mosaic of the Bordeland ist einer von zwei Podcasts der polnisch-ukrainischen Gruppe und entstand im Landkreis Lubaczów im Südosten Polens – eine nostalgische Erzählung üder den Verlust der Minderheiten. Vor 1939 war diese Region durch eine Vielzahl von Ethnien und Religionen geprägt, eine Gesellschaft bestehend aus Juden, Polen, Deutschen und Ukrainern. Der Holocaust und die Zwangsmigrationen während und am Ende des Krieges führten dazu, dass in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Umgebung von Lubaczów nur bleiben konnte, wer seine Nationalität als Polnisch deklarierte. In den O-Tönen der Gesprächspartner:innen treffen Erzählungen über das harmonische Zusammenleben in den Dörfern und Städten vor dem Krieg auf die bittere Erinnerung an den Bürgerkrieg zwischen Polen und Ukrainern in den Jahren 1943-45.

Borders at a Crossing ist das Ergebnis der Erkundungen auf der ukrainischen Seite des Grenzgebietes. Die Teilnehmer:innen besuchten den Ort Werchowyna und die Stadt Ivano-Frankivsk, gelegen in der historischen Region Galizien und heute am Schnittpunkt der Grenzen zwischen Rumänien, Ungarn, Slowakei und Polen. Die Studierenden führten in Werchowyna Interviews mit Aktivist:innen der Huzulen, die um den Erhalt der Sprache und Traditionen ihrer Gruppe kämpfen. Der Podcast vermittelt die Bedeutung der Berge für ihr Selbstverständnis und ihre Grenzerfahrungen. Die Aufnahmen aus Ivano-Frankivsk behandeln die multikulturelle Geschichte der Stadt. Repräsentanten der jüdischen, polnischen, ungarischen und armenischen Minderheit, die bis heute in der Ukraine leben, antworten auf Fragen zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region.

Together In Between:

https://enrs.simplecast.com/episodes/together-in-between

https://spoti.fi/2XXTS2M

Who, If Not Us

https://enrs.simplecast.com/episodes/who-if-not-us

https://spoti.fi/3EVEPrz

Lost Mosaic of the Borderlands

https://enrs.simplecast.com/episodes/lost-mosaic-of-the-borderlands

https://spoti.fi/3m7l7AE

Borders at a Crossing

https://enrs.simplecast.com/episodes/borders-at-a-crossing

https://spoti.fi/3F0LzE

ENRS is funded by:

The European Network of Remembrance and Solidarity is an international initiative whose aim is to research, document and enhance the public’s knowledge of the 20th-century history of Europe and European cultures of remembrance, with particular emphasis on periods of dictatorships, wars and resistance to political violence. The members of the Network are Germany, Hungary, Poland, Romania, and Slovakia, with representatives from Albania, Austria, the Czech Republic, Estonia, Georgia, Latvia and Lithuania present in its advisory bodies.  www.enrs.eu